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Internationale Trends: Recycling alter Solarmodule

Internationale Trends: Recycling alter Solarmodule

Die Energiewende und hohe Energiepreise haben die Nachfrage nach Photovoltaik weltweit steigen lassen. Es ist absehbar, dass in den kommenden Jahren eine große Menge an Photovoltaik-Anlagen das Ende ihres Lebenszyklus' erreichen werden. Allein für Deutschland schätzt man, dass in Zukunft jährlich ca. 5 Millionen alte Solarmodule aussortiert werden. Es haben sich bereits mehrere Unternehmen dem Thema zugewandt und Technologien entwickelt, um das Material der Photovoltaik-Module möglichst vollständig aufzubereiten. Dies ist auch deshalb von großer Bedeutung, weil die Rohstoffe zum Teil sehr gefragt sind.

Unter der Leitung des Unternehmens Veolia startete Anfang des Jahres das Projekt „ReProSolar“, welches mit Fördermitteln in Höhe von 4.8 Millionen Euro von der Europäischen Union unterstützt wird. Gemeinsam mit Partnerunternehmen aus dem öffentlichen und privaten Sektor, die entlang der Wertschöpfungskette des Recyclings von Solarmodulen agieren, werden alle in den PV-Modulen verarbeiteten Rohstoffe vollständig wiedergewonnen. Diese können dann in der Industrie weiterverarbeitet werden. Es ist geplant, bis zum Jahr 2023 jährlich 5,000 Tonnen Solarmodule in einer Testanlage zu verarbeiten. Die Förderung für das Projekt läuft noch bis Anfang 2025.

Auch das Start-Up SolarMaterials aus Braunschweig hat ein technisch aufwendiges Verfahren für das Recycling konzipiert: „Mit der von uns entwickelten Technologie sind wir in der Lage, die verbindende Kunststoffschicht zielgenau anzugreifen. Ist diese erst einmal gelöst, lässt sich das Deckglas entfernen und wir kommen an die aufgedruckten Silberbahnen auf den Solarzellen sowie die Zelle selbst”, erläutert der technische Geschäftsführer und Mitgründer Jan Bargel.

„Damit wird nicht nur das energetisch aufwändig hergestellte Silizium zurückgewonnen, sondern vor allem das wertvolle Silber. Das Recycling selbst wird damit wirtschaftlich tragfähig”, so Fridolin Franke, kaufmännischer Geschäftsführer und ebenfalls Mitgründer von SolarMaterials. (pv-magazine, 10.06.21)

Mit der Patentanmeldung von SolarMaterials soll das Verfahren nun auf Modulgröße skaliert werden. Bereits im Jahr 2023 soll eine erste industrielle Recyclinglinie mit rund 4500 Tonnen Jahreskapazität in Magdeburg entstehen. Ab dem Frühjahr 2022 soll zudem ein Netzwerk für die Rückgabe und Entsorgung von alten Solarmodulen aufgebaut werden.

Quellen: pv-magazine, Artikel v. Petra Hannen (10.11.2021):

https://www.pv-magazine.de/2021/11/10/solar-materials-will-rohstoffkreislauf-von-photovoltaik-modulen-schliessen/, zul. aufgerufen am 22.11.2021 um 9.45 Uhr.

pv-magazine, Artikel v. Sandra Enkhardt (10.06.2021):

https://www.pv-magazine.de/2021/06/10/veolia-testlauf-fuer-vollstaendiges-recycling-von-solarmodulen-im-industriellen-massstab/, zul. aufgerufen am 22.11.2021 um 10 Uhr.

https://www.photovoltaik.eu/solarmodule/solar-materials-hat-neues-recyclingverfahren-fuer-photovoltaikmodule-entwickelt, zul. aufgerufen am 22.11.2021 um 10.30 Uhr.