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Market Insight Deutschland: Pläne der neuen Bundesregierung

Market Insight Deutschland: Pläne der neuen Bundesregierung

Die neue Bundesregierung hat sich für die kommenden Jahre ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ stellt u.a. die Minister*innen der Ressorts für Landwirtschaft sowie für Wirtschaft und Klimaschutz. Dementsprechend beinhaltet der Koalitionsvertrag Pläne zu einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. So soll der Kohleausstieg „idealerweise“ bereits bis 2030 realisiert werden - die letzte Regierung hatte noch das Jahr 2038 als spätestes Ausstiegsdatum aus der Kohleverstromung festgelegt. Der dafür durchschnittlich jährlich benötigte Zubau an Photovoltaik beträgt 14,6 GW, weitere 6,1 GW jährlich werden bei der Windkraft benötigt, um den vorzeitigen Kohleausstieg zu realisieren. Dies entspricht in etwa einer Verdreifachung des jährlichen Zubaus der letzten Jahre. Entsprechende Daten errechneten Forscher*innen des Energiewissenschaftlichen Instituts (EWI) der Universität Köln. (pv-magazine)

Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion auf 80 Prozent angehoben werden. Zu diesem Zweck sollen einerseits neue Flächen für Photovoltaikanlagen geschaffen werden, beispielsweise in der Landwirtschaft. Andererseits haben „Bündnis 90/Die Grünen“ einen Gesetzentwurf für eine bundesweite Solardachpflicht für Neubauten sowie Sanierungen von Bestandsbauten ab Mitte des Jahres 2022 eingebracht. Ob dieser Entwurf auch umgesetzt wird, ist derzeit noch unklar.

Auch die im Koalitionsvertrag vereinbarten Förderungen für Elektromobilität verlangen nach einem drastischen Ausbau der Stromkapazitäten: Bis 2030 sollen laut Wirtschaftsminister Robert Habeck 15 Millionen E-Autos auf deutschen Straßen fahren, wofür etwa 60 Millionen TWh zusätzlich benötigt werden.

In diesem Zusammenhang werden auch die Umstrukturierung und Dezentralisierung des deutschen Strommarkts angestrebt, um dem höheren EE-Anteil Rechnung zu tragen. Dafür sollen u.a. die Stromsteuer gesenkt, attraktive Lösungen für Speichertechnologien gefördert und die Flexibilität des Strommarktes erhöht werden. Um die Stromnachfrage in Zeiten schwacher Erträge aus Wind- und Solarenergie zu decken, sollen Biogasanlagen, angeschlossen an Gasspeicher, zusätzliche Ausgleich-Kapazitäten schaffen.

Quellen:

pv-magazine, Artikel v. Marian Willuhn (6.12.2021): https://www.pv-magazine.de/2021/12/06/ewi-koalitionsvertrag-laesst-emissionen-im-stromsektor-deutlich-unter-sektorales-klimaziel-rutschen/, zul. aufgerufen am 20.12.2021 um 11 Uhr.

pv-magazine, Artikel v. Marian Willuhn (15.12.2021): https://www.pv-magazine.de/2021/12/15/bsw-solar-gibt-einschaetzung-zu-photovoltaik-themen-im-koalitionsvertrag-ab/, zul. aufgerufen am 20.12.2021 um 10.30 Uhr.

Handelsblatt, Artikel v. Klaus Stratmann (14.12.2021): https://amp2.handelsblatt.com/politik/deutschland/energiewende-umbau-des-strommarkts-erneuerbare-uebernehmen-das-kommando/27889170.html, zul. aufgerufen am 20.12.2021 um 12.15 Uhr.