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Market Insight: Russland. Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in Russland

Market Insight: Russland. Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in Russland

Russland verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Entwicklung und Nutzung der Wasserstofftechnologien. Wie im Artikel von Alexei Mastepanov dargelegt wird, wurde in der Sowjetunion bereits in den 1930er Jahren die Wirksamkeit der Beimischung von Wasserstoff zu Benzin bei der Verwendung in Automobilmotoren untersucht. Die Forschung auf dem Gebiet des Wasserstoffs und der Wasserstofftechnologien wurde in den 1970er Jahren im Rahmen des staatlichen Programms „Energie aus Wasserstoff" fortgesetzt. Unter anderem wurde der Raketen-Raumfahrtkomplex „Energia-Buran“ sowie Stromaggregate für U-Boote mit Wasserstofftechnologie ausgestattet. Bei der Reform der Wirtschaft des Landes ging diese Grundlage weitgehend verloren. Eine neue Etappe der Entwicklung der Wasserstoffenergie in Russland begann erst in den 2000er Jahren.

Die ersten Ergebnisse wurden 2006 erzielt, als die erste Wasserstoffauto-Rallye stattfand; 2019 wurde eine wasserstoffbetriebene Straßenbahn in St. Petersburg getestet; im Mai 2020 wurde die erste Wasserstofftankstelle in der Region Moskau eröffnet. Es wird derzeit daran gearbeitet, Wasserstoff in Kernkraftwerken als Energiespeicher einzusetzen.

Es gibt verschiedene „Arten“ von Wasserstoff, die in einem Artikel von Neftegaz.ru ausführlich beschrieben werden. Die Klassifizierung erfolgt zur besseren Übersicht nach Farben, wobei das Hauptkriterium die Umweltfreundlichkeit ist. Einige dieser Typen sind im Folgenden aufgeführt:

Grüner Wasserstoff ist am umweltfreundlichsten, weil er durch Elektrolyse hergestellt wird, d. h. der Strom stammt aus erneuerbaren Energiequellen (EE) wie Wind-, Solar- oder Wasserkraft, so dass keine CO2-Emissionen entstehen.

Der gelbe (orangefarbene) Wasserstoff wird wie der grüne durch Elektrolyse hergestellt, aber die Energiequelle ist ein Kernkraftwerk (KKW). Es entstehen keine CO2-Emissionen, aber die Methode ist nicht völlig umweltfreundlich.

Blauer Wasserstoff ist Wasserstoff, der durch Dampfumwandlung von Methan gewonnen wird, jedoch mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung, wodurch die Kohlenstoffemissionen etwa halbiert werden, was jedoch sehr teuer ist.

Es gibt außerdem als grau, türkisfarben und braun kategorisierten Wasserstoff.

Man hofft, dass Wasserstoff, der heute hauptsächlich in der chemischen Industrie und bei der Ölraffination verwendet wird, das Potenzial hat, ein umweltfreundlicher neuer Energieträger zu werden.

Das russische Ministerium für Industrie und Handel hat ein Papier veröffentlicht, das sowohl ausländischen Investoren als auch inländischen Ingenieuren als Leitfaden dienen soll. Daraus geht hervor, dass in den Jahren 2024-2025 vier Pilotprojekte zur Wasserstofferzeugung in den Regionen Kaliningrad, Murmansk und Sachalin gestartet werden sollen. Eine Reihe der größten russischen Unternehmen, darunter Gazprom, Novatek und Lukoil, planen Wasserstoffproduktionsprojekte unterschiedlicher Größe, darunter auch grüne Wasserstoffprojekte.

Es ist geplant, dass Russland bis 2030 20% des weltweiten Wasserstoffmarktes einnimmt.

 

Quellen

Energeticheskaja Politika, Artikel von Alexei Mastepanov, 23.12.2020: https://energypolicy.ru/a-mastepanov-vodorodnaya-energetika-rossii-sostoyanie-i-perspektivy/energoperehod/2020/14/23/, aufgerufen am 29.12.2021 um 15:00 Uhr

Neftegaz.ru, 24.03.2021: https://neftegaz.ru/tech-library/energoresursy-toplivo/672526-klassifikatsiya-vodoroda-po-tsvetu/, aufgerufen am 29.12.2021 um 15:15 Uhr

Neftegaz.ru, Aritkel von Е. Svintsova, 18.10.2021: https://neftegaz.ru/news/Alternative-energy/701989-v-rossii-poyavitsya-33-proekta-po-proizvodstvu-vodoroda/, aufgerufen am 29.12.2021 um 16:00 Uhr